Nach wem sich das Förderwerk benannt hat, entnehmen Sie bitte diesem kurzen Auszug aus einer Besprechung des Romans, der Gerhard Kaindls Ermordung weitgehend aus der Sicht der Täter schildert:

Der absolute Abschaum

beschreibt sich selbst. In einem Roman von Raul Zelik, „Friß und stirb trotzdem“, Edition Nautilus, Hamburg. Und selbst die extrem linke Zeitschrift DIE BEUTE bringt eine fünfseitige kritische Besprechung dieses unfaßbaren, unmenschlichen Schunds.
„Schwachsinniges Allgemeines“ oder „Positionspapiere mit dem Schwanz verfaßt“ sind nur Beispiele.
Es geht aber um eine ernste Sache. Am 3. April 1992 besuchten im Anschluß an einen Vortrag von Konrad Windisch in Berlin zum Thema „Ludwig Uhland – Dichter und Patriot“ eine Runde von Vortragsteilnehmern ein chinesisches Lokal, um zu Abend zu essen. Einer der Teilnehmer, ein Rechtsanwalt, wurde von einem zufällig vorbeikommenden Linksterroristen erkannt, der verständigte einige seiner Kumpane, und diese Gruppe stürmte das Lokal und stach wahllos auf die um den Tisch sitzenden Menschen ein. Der Verlagslektor Thorsten Thaler, 29, wurde dabei schwer verletzt, der Familienvater Gerhard Kaindl, 49, ermordet. Ohne das Eingreifen der bewaffneten chinesischen Gastwirte hätten die roten Verbrecher weiter gemordet.
Das zuständige Landeskriminalamt begann zu ermitteln, bis zum Herbst 1993 ergebnislos. Dann packte einer der kurdischen Teilnehmer an dem Mordanschlag aus und ließ sich gleichzeitig in eine psychiatrische Anstalt einweisen. Gegen sechs Verbrecher wurde ein Haftbefehl erlassen: Fatma Balamir, Abidin Eraslan, Mehmet Ramme, Carlo Blietz, Seyho Karaaslan und Bahrettin Yoldas. So oder ähnlich erzählt auch der Roman die Geschichte, wenn auch mit anderen Orten und Namen. ZITAT (Seite 24) „Natürlich hätten wir andere sinnvoller treffen können, wie später bemerkt worden ist, nichtsdestotrotz war es eine Antwort, eine Vernünftige, denn irgendjemand muß diese Arbeit ja tun, wie der Vater einer Freundin überraschend für mich gesagt hat. Ich fühle es, das Messer in der Hand, das Messer im Fleisch, das Fleisch tief, warm und zuckend“. ZITAT Ende.
1994 begann der Prozeß, unterstützt von der gesamten extremen Linken in Deutschland und österreich (hier brachte das TATBLATT hymnische Ergüsse auf die Mörder und forderte Solidaritätsaktionen, nachzulesen im AFP-Infoheft VOM ROTEN UND GRüNEN TERROR). Im November 1994 wurde der Prozeß nach einer Absprache zwischen Gericht und Angeklagten vorzeitig beendet. Natürlich gab es keines der an sich erwarteten „Lebenslänglich“ für Mord, sondern ein paar Jahre auf Bewährung. Alle an dem Mordanschlag Beteiligten sind längst wieder auf freiem Fuß und werden nun in dem Roman als antifaschistische Helden und Märtyrer gefeiert. So zum Beispiel: „Ich erinnere mich an eine Nacht vor mehr als einem Jahr, sehe ein glänzendes Messer und bereue, es nicht geführt zu haben, stelle mir vor, wie es das Blut hat aufspritzen lassen, wie es tief in das fette Fleisch eingedrungen ist und einen schmatzenden Ton erzeugt hat, ein rhythmisches Blubbern sehr intensiv, wie eine Quelle, was mir jetzt in diesem Moment sehr vernünftig erscheint, ein folgerichtiger Klang.“ ZITAT Ende:
Für uns ist der Patriot und Familienvater Gerhard Kaindl Opfer und Märtyrer. Für uns lebt er in der Seele seines Volkes weiter. Für uns sind nicht nur die Mörder, sondern auch die Hintermänner und Verherrlicher Verbrecher. Abscheuliche.

Aus: Kommentare zum Zeitgeschehen, Wien

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